Warum laufen viele Pferde Barhuf schlecht?

Das Hufwachstum in den ersten 5 Lebensjahren ist entscheidend für die Hufqualität.

Oft ist es leider so, dass Pferden während der Aufzucht zu wenig Raum geben wird, um sich frei zu bewegen. Nur ein gut bewegter Huf auf verschiedenen Untergründen kann sich voll entwickeln. Wie sehen die Aufzuchtsplätze heute aus? Oft sieht man Paddockbox mit  evtl. Weidegang. Die jungen Pferde haben selten die Möglichkeit auf hartem, unebenem, steinigen Untergrund, der so wichtig wäre, zu rennen, toben,springen… Wenn toben, dann auf weicher Weide, im weichen Sand und immer „schön“ eben.

Einige interessante Erkenntnisse stammen von Robert Bowker, einem Veterinär, der als Dirketor des Equine Foot Laboratory am Michigan State University Collage unter anderem fest stellte, dass Pferde mit leistungstarken Hufen im Strahlpolsterbreich faserigen Knorpel entwickeln. Aber dies erst ab etwa dem 5. Lebensjahr.                                                   Doch wie sieht es wirklich aus?

Meist  werden unsere Pferde, die sich im Fohlenalter schon nicht richtig entwickeln konnten, mit 3 Jahren eingeritten. ( Quarter Horse, und Vollblüter meist schon 1 1/2 oder 2 Jährig)  Nicht nur der gesamte Körperbau ist diesem nicht gewachsen, auch die Hufe stehen voll in Ihrer Entwicklung. Üblicherweise bekommt das Pferd mit dem Beritt nun seinen ersten Beschlag.

Was passiert im jungbeschlagenem Huf?

Der Huf, dessen Meschanismus nun sehr eingeschränkt ist, wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Dadurch wird u.a. das Wachstum unterdrückt und somit auch das Nervensystem degenieriert.

Der Tastsinn wird geraubt und das Pferd merkt nicht mehr, wann es vorsichtig auftreten soll. Dies  gibt Stöße auf das gesamte Bein, die sich negativ auf Gelenke, Sehen, Bänder auswirken.

Die Hufbeinäste und das Strahlkissen entwickeln sich nicht richtig.

Festes leistungstarkes Horn wird nicht mehr gebildet, da es nicht mehr gebraucht wird

Der Huf kann sich nicht selber helfen, er wird erst beim nächsten Beschlagen wieder „in Form“ gebracht.  Da in den seltensten Fällen im rechten Zeitpunkt dieses in „Form bringen“ geschieht, kommt es häufig zu Fehlstellungen. Diese merkt das Pferd selbst oft gar nicht „tut ja nix weh“ und so läuft es lange weiter bis sich dann ernste Veränderungen zeigen. Nicht nur im Huf sondern im gesamten Pferd. u.a. die leider schon  üblichen Hufdeformationen, Verspannungen, Gallen, Hufrollenentzündung, Spat, Arthrosen um nur einige zu nennnen.

Was fühlt das Pferd nach Eisenabnahme?

Der Huf wird spontan wach..

Das Nervesystem schaltet langsam ein (vergleichbar mit einem eingeschlafenen Fuß).

Die Hufsohle die unter Beschlag nie Bodenkontakt hatte, trägt auf einmal mit. Das gibt Druck, den das Pferd nicht mehr gewohnt ist. Manchmal ist die Sohle so dünn, dass es das Pferd richtig schmerzt.

Die Hufwände sind nicht fest genug und oft zu lang. Sie biegen und brechen aus, dies gibt Zug oder auch Druck auf die Weiße Linie was wiederum schmerzt.

evtl. hat der Strahl Bodenkontakt, das ist sehr gut aber für viele Pferde unter Beschlag auch ungewohnt.

In dieser Hufsituation braucht es Zeit, es gibt Pferde die sehr schnell oder sofort damit klar kommen und andere die etwas länger brauchen. Mache bilden sehr schnell Horn zum schnellen Schutz. .Dieses Horn ist noch kein Leistungsfähiges Horn. Leistungsstark entwickelt es sich erst mit der Zeit.

Wie unterstütze ich ein Pferd das nicht gut Barhuf läuft?

Erstens gebe ich ihm Zeit, ich schaffe ihm die Möglichkeit sich frei und viel zu Bewegen.

Ich gebe ihm auch Anreize sich zu bewegen. Kameraden, Futter-Wasser-Schlafplatz weit auseinander.

Das Pferd braucht verschiedene Untergründe auf denen es laufen kann, dabei sollte es selbst entscheiden können wie lange und schnell es darüber gehen möchte.

Eine gesunde regelmäßige Hufbearbeitung ist unerlässlich.

ggf. brauchen die Hufe einen Hufschutz.

Hufe, die sich nicht richtig entwickeln konnten haben meist einen irreparablen Zustand, daß heisst aber nicht, das dieses Pferd nicht gut auf seinen Hufen laufen kann. Gerade diesen Hufen sollte man die Chance geben sich weiterzuentwickeln. Das Pferd entwickelt von Natur aus den ihm besten möglichen Zustand. Als Fluchtier ist es auf leistungsfähige Hufe angewiesen.

Dann gibt es noch Barhufbearbeitung die nicht gut funktioniert. Meist geht diese mit Ausdünnen der Sohle und mit schönstellen der Hufe einher. Es ist schwierig für den Pferdebesitzer eine gute Bearbeitung von einer schlechten zu unterscheiden. Hören sie am besten auf Ihr Pferd. Lassen sie sich alles erklären und vertrauen sie nicht blind. Eine gute Literatur zum Barhuf finden sie als kostenlosen Download hier.