rund ums Pferdebein

Das Pferdebein

„Es ist so stabil, dass ein Pferd darauf mit 60 km/h herumlaufen kann. Dabei werden die Stöße ständig gefedert“. „Es regeneriert sich dauernd, wird täglich abgenutzt und wieder neu aufgebaut. Und je mehr Bewegung es hat, desto stabiler wird es.“

Immerhin 50 Millionen Jahre hat es gedauert, bis die Natur dieses Wunderwerk vollbracht hat. Aus dem fünfzehigen Waldbewohner wurde ein hoch spezialisierter Zehenspitzengänger. Deshalb sind alle Knochen im Pferdebein, im Vergleich zur menschlichen Hand, sozusagen eine Etage höher angeordnet. Das Vorderfußwurzelgelenk entspricht also keinesfalls unserem Knie, sondern unserem Handwurzelgelenk. Das Knie des Pferdes liegt nahe am Rumpf am Hinterbein. Der Huf entspricht unserem Mittelfinger. Die anderen Zehen haben sich stark zurück entwickelt. Griffelbeine gehören wie die Kastanie zu den sogenannten Rudimenten der Pferde-Evolution.

Das Phänomen Pferdebein verbirgt in seinem Inneren außerdem viele weitere kleine Wunderwerke: Da gibt es Sesambeine, die als Hebel für die Sehne fungieren, Schleimbeutel, die die Sehnen vor Abrieb am Knochen schützen, ein Hufbein das jede Menge Druck verträgt, weil es mit Lederhaut und Hornkapsel flexibel verbunden ist. Und nicht zuletzt Ellbogen und Kniegelenke, die gestreckt bleiben, während das Pferd im stehen döst Der Mechanismus, der hinter diesem ausgeklügelten System steckt, ist faszinierend: Die umgebenden Knochen und Bänder können die Gelenke sozusagen verschließen. Ab dem Vorderfußwurzelgelenk haben die säulenartig aufgebauten Vorderbeine außerdem nur noch Sehnen und Bänder, keine Muskeln, die erschlaffen könnten. An den Hinterbeinen kann das Pferd durch eine kurze Muskelkontraktion willentlich seine Kniescheibe blockieren. Sein Gewicht ruht dann hauptsächlich auf diesem Bein, während das andere entlastet ist und auf der Hufspitze steht. Nach ungefähr vier bis fünf Minuten wird das Bein gewechselt. Pferde verbringen ungefähr zwei bis drei Stunden täglich in dieser Haltung.

Bewegt sich das Pferd den ganzen Tag grasend im Schritt, so werden die Knorpel von der Gelenkschmiere reichlich ernährt und in Form gehalten. Durch das ständige Auf- und Abfußen saugen sich viele hundert Gelenkknorpel im Pferdekörper mit den lebenswichtigen Substanzen der Gelenkschmiere voll.

Bei einem stehenden Pferd ist die Gelenkschmiere nicht flüssig sondern gallertartig. So verkümmern die Knorpel und schleifen sich bis auf die Knochen ab, wenn plötzlich doch Bewegung gefragt ist. Weil ein Gelenkknorpel keine Nerven besitzt, spürt das Pferd diesen Verschleiß nicht einmal. Bis die Gelenkknorpel erkranken. Am häufigsten kommen Spat, Schale und Podotrochlose vor.

Falsche Belastung als Ursache von Gelenkschäden

„Gelenkschäden sind neben Sehnenschäden die häufigsten Lahmheitsursachen“. Die Ursachen sind für beide Krankheiten recht ähnlich: Überbelastung, Fehlstellungen, falsche Hufbearbeitung, mangelnde Bewegung und Reiten auf ungeeignetem Untergrund. Dadurch können z.B auch Gallen entstehen. Die zuerst nur als Schöhnheitsfehler angesehen werden aber Hinweis darauf geben das eine Überlastung an dieser Stelle gegeben ist. Das Gelenk reagiert auf die falsche Belastung mit einer übermäßigen Produktion von Gelenkflüssigkeit.

Um das Pferdebein gesund zu halten, sollte man jedes Pferd mindestens vier Stunden täglich bewegen. Am günstigsten steht das Pferd in einem Paddocktrail in dem es sich 24 Stunden frei Bewegen kann & gemeinsames Rennen auf der Weide.

Daneben muss etwa alle sechs Wochen ein Pfleger nach den Hufen sehen. Bei den meisten Pferden entsteht durch zu wenig Abrieb in dieser Zeit eine zu lange Zehe.Vor allem in den unteren Gelenken des Pferdebeins kommt es oft zu Verschleißerscheinungen, die durch rechtzeitiges professionelles Bearbeiten verhindert werden können.

 

 

 

Die 5 verschiedenen Gangarten

Pferde haben 5 verschiede Gangarten: Schritt, Trab, Galopp, Renngalopp und Rückwärts. Natürlich weichen Gangpferde von dieser Norm ab. Meist zeigen sie anstelle von Trab einen weichen passähnlichen Viertaktgang. Aber ich möchte bei den 5 üblichen Gangarten bleiben.

Schritt ist ein 4-Takt-Gang z.B. rechts vorn, links hinten, links vorn, rechts hinten. Das Gewicht liegt wie beim Stehen zu 60% auf der Vorhand.

Trab  ist ein 2-Takt-Gang. Die Füße werden als diagonale Paare geführt. Das Gewicht wird 50:50 verteilt. Daher kann ein Pferd auf der Stelle traben.

Galopp ist ein 3-Takt-Gang mit einem führenden Bein ( Links- oder Rechts Galopp), z.B. beim Linksgalopp berührt zuerst der Huf hinten rechts den Boden, dann folgt von der diagonalen hinten links/vorne rechts, danach vorne links. Gefolgt von der Flugphase, in der alle 4 Hufe in der Luft sind. Das Gewicht wird anährend zu 60% auf der Hinterhand getragen.

Renngalopp sieht aus wie ein schnellerer Galopp ist aber ein 4-Takt-Gang mit einem führenden Bein. Beim Linksgalopp rechts hinten, links hinten, rechts vorne, links vorne. Wie beim Galopp gibt es hier eine Flughase auf das führende Bein.  Das Gewicht liegt etwa 50 -70% auf der Vorderhand.

Rückwärts ist ein diagonaler 2-Takt-Gang wie beim Trab. Darf das Pferd unter dem Reiter nicht natürlich Rückwärts gehen ist es ein 4-Takt-Gang. Dies sieht man häufiger. Hier liegt die Gewichtsverteilung zu 50-70% auf der Hinterhand. Von sich aus bewegen sich Pferde wenig rückwärts oder seitwärts.